SEW in Würzburg

by Chrissie

Der grösste Nähtreff welchen ich in diesem Jahr besucht habe, fand in Würzburg statt. Verzaubert wurde ich durch die Residenz Würzburg und die Festung Marienberg.

Residenz Würzburg

Bevor ich eine Stadt zum ersten Mal besuche informiere ich mich vorgängig über die Sehenswürdigkeiten, auch wenn mir klar war, dass in diesem Fall für eine umfangreiche Stadtbesichtigung nicht viel Zeit bleiben würde. Die Anfahrt dauerte aus der Schweiz rund vier Stunden. Mit den zahlreichen Baustellen und dem grossen Verkehrsaufkommen war ich dann insgesamt sechs Stunden unterwegs, zweimal falsch abbiegen inklusive! Aber wenn das Wetter so traumhaft schön ist und die mitreissende Musik aus den Lautsprechern dröhnt ist es zeitweise ganz einfach unverständlich, was für eine Empfehlung das Navigationsgerät zum nächsten Autobahnkreuz abgibt.

Was bei einem Besuch in Würzburg nicht fehlen darf ist definitiv ein Abstecher in die Residenz Würzburg.  Im Jahre 1981 wurde die Residenz Würzburg in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Da das Spiegelkabinett nur im Rahmen einer Führung besucht werden darf musste ich unbedingt vor 17 Uhr in der Residenz sein, da um diese Uhrzeit die letzte Führung stattfand. Es war knapp, das muss ich gestehen, ich betrat die Residenz um 16.57 Uhr. Rasch noch ein Ticket an der Kasse  besorgen und dann ging es weiter in den grossen Saal zu meiner Rechten um mit den anderen Gästen voller Vorfreude auf die Mitarbeiterin der Residenz zu warten.

Die Eingangshalle ist sehr eindrucksvoll und opulent gestaltet. Der Barock-Stil ist unverkennbar. Wenn man sich nun vorstellt, dass hier die Kaiserin Maria Theresia aus Österreich mit einem Sechsspänner mitten in die Halle gefahren ist als sie zu Besuch kam, dann weckt das in mir eine grosse Ehrfurcht.

Im ganzen Gebäude herrscht striktes Fotografie-Verbot. Ich habe mir für sechs Euro das Büchlein „Residenz und Hofgarten Würzburg“ der Bayrischen Schlösserverwaltung zugelegt. Wen die Details interessieren, der findet in diesem praktischen Nachschlagewerk alle wichtigen Informationen zur Architektur und allen Räumlichkeiten mit zahlreichen Bebilderungen.

Nach der Führung trat ich in den Hofgarten. Die minutiös gestutzen Bäume und Büsche runden die Umgebung der Residenz Würzburg perfekt ab. Und für mich persönlich war es ein gemütliches Ausklingen eines erlebnisreichen Tages in einer fürstlichen Umgebung.

Am nächsten Morgen

Natürlich bin ich früh am nächsten Morgen aufgewacht, da die Vorfreude auf die SEW gross war. Am Frühstückstisch fiel mein Blick aus dem Fenster auf die Festung Marienberg. Was für eine wundervolle Burg. SEW hin oder her, die Besichtigung dieser Festung konnte ich mir nicht entgehen lassen. Das Frühstück fiel dann dementsprechend kurz aus und schon bald befand ich mich auf dem Weg zur Festung Marienberg. Die Festung öffnet ihre Tore um 9.00 Uhr, also ganz pünktlich zur SEW werde ich es wohl nicht mehr schaffen. Allerdings hatte ich aber auch keine Lust mich vor dem Nähevent in der Warteschlange anzustellen und so ging mein Plan hervorragend auf.

Das zweite Stockwerk mit zwei grossen Modellen der Stadt Würzburg öffnete erst um 10.00 Uhr. Ein älterer Herr, welcher die Eintrittstickets kontrollierte, überzeugte mich dann davon noch unbedingt bis nach 10.00 Uhr zu bleiben, ich würde sonst die Hälfte der Ausstellung verpassen. Wir kamen ins Gespräch und so erzählte ich ihm von der SEW. Seine Augen begannen zu leuchten und er meinte, dann könne ich mich mit seiner Gattin zusammentun, diese sei nämlich auch begeisterte Näherin.

Das „Käppele“


Der Ticketkontrolleur war so freundlich und öffnete ein Fenster für mich. Von da hatte ich eine gute Sicht auf die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung, welche auf dem Nikolausberg steht. Im Volksmund wird die Wallfahrtskirche liebevoll „Käppele“ genannt.

Der Garten

Nach dem Museumsbesuch durfte ein kurzer Abstecher in den Garten nicht fehlen. Den besten und schönsten Ausblick auf die Stadt Würzburg hat man vom Burggarten aus.

Jetzt war es aber wirklich an der Zeit den kulturellen Teil von Würzburg abzuschliessen, um mich dem sozialen Teil an der SEW zu widmen, es war nämlich bereits 10.30 Uhr!

Zum Schluss ein kleiner Tipp: Wenn Du die Festung Marienberg auch einmal besuchen möchtest, kann ich nur empfehlen früh anzureisen.

SEW

Die Fahrt zur SEW dauerte knapp zwanzig Minuten und wie erwartet stand kein Mensch mehr vor dem Eingang. Perfekt! Parkplätze hatte es noch genügend in unmittelbarer Nähe. Als erstes also Ticket und „Goodie-Bag“ fassen, dann stand ich schon mitten im Geschehen. Da die Näherinnen und Näher in verschiedenen Räumen am Werken waren, wirkte alles sehr übersichtlich. Jeder Kurs fand in einem eigenen Raum statt. Ich war etwas erstaunt, dass der „Nähpark“ nicht im zentralen „Hauptraum“ zu finden war. Da war ich aber nicht die Einzige, es gab auch andere Besucherinnen die den „Nähpark“ vorerst übersehen hatten.


Einige Teilnehmerinnen kannte ich noch von meinem letzten Näh-Event und so fühlte ich mich rasch wieder wie zu Hause. Im Nähpark-Raum war dann auch Tanja von g.macht zu finden, welche bei Problemen mit der Janome Coverpro 2000 CPX bereits fleissig Hilfe anbot.

Daneben zeigte Marion vom Nähpark eine tolle Stickmaschine von Bernina.

Und wie habe ich mir die Zeit vertrieben?

Für die SEW habe ich ein altes „UFO“ aus dem Schrank gekramt. Ein Quilt-Top welches aus Resten von „Jelly Rolls“ entstanden ist. Ich habe das Top vorgängig zu Hause mit Vlies und einem Bio-Nickistoff zusammengenäht, so dass ich an der SEW selber „nur“ noch die Einfassung von Hand annähen konnte.
Ich bin zwar nicht wirklich damit fertig geworden bis mein Freihandstickkurs von Kasia Hanack von Mäde begonnen hat, dafür aber habe ich die Zeit zum lachen, quatschen und Kaffee trinken genutzt.

Kaffee vom Kaffeeonkel

Beim Kaffeeonkel gab es leckeren Kaffee. Und selbst Wünsche wie laktosefreie oder vegane Milch wurden mit einem Lächeln erfüllt. Für das leibliche Wohl war also rundum gesorgt.

Der Scherenschleifer

Ein tolles Angebot der SEW war, dass der Scherenschleifer A. Kollmann aus Zorneding vor Ort war um sich der stumpfen Scheren anzunehmen. Meine stumpfe Victorinox-Schere hatte ich mit dabei. Zum Glück stand der Scherenschleifer gut sichtbar in der Nähe des Eingangs, ich hätte sonst fast noch vergessen meine Schere vorbeizubringen. Für knapp sechs Euro schneidet meine Schere nun wieder perfekt.  Vielen Dank für den tollen Service!

Das Mittagessen

Zum Mittagessen gab es wahlweise Putengeschnetzeltes mit Nudeln oder vegetarische Lasagne. Im Verlauf des späteren Nachmittags durfte dann auch der Nachtisch nicht fehlen. So ging es mit Schwung in meinen gebuchten Kurs bei Kasia.

 Freihandsticken mit Kasia Hanack

Die Zeit verging wie im Fluge und schon war es 15.30 Uhr. Höchste Eisenbahn also die Nähmaschine in Kasias Kursraum einzurichten und alle Materialien wie Stickvlies und Stickgarne bereit zu legen.

Für mich war es das erste Mal, dass ich einen Freihandstickkurs besuchte. Ich habe zwar bereits  Quilts in „Free-motion“ gequiltet (Beitrag in englischer Sprache), aber noch nicht Freihand gestickt.

Zuerst haben wir uns an Buchstaben versucht. Mir war bereits vorgängig klar, dass ich dafür noch sehr viel mehr Übung benötige. Deshalb lasse ich mich durch das Resultat nicht entmutigen.

Mit der Applikation des Hundes bin ich schon eher zufrieden, so für das erste Mal. Da könnte ich mir gut vorstellen gewisse Projekte mit lustigen Figuren zu verzieren.

Das Muster hat Kasia zur Verfügung gestellt. Man erhält auch Unterlagen mit einfacheren und aufwändigeren Vorlagen. So kann zu Hause je nach Lust und Laune weiter geübt werden.

Der Kurs hat mir sehr gut gefallen. Kasia ist in „echt“ genauso sympathisch und fröhlich wie wenn man schriftlich mit ihr kommuniziert. Sie ist total unkompliziert und sofort zur Stelle wenn eine Frage auftaucht. Eine nette Dame hat zusätzlich bei der Leitung des Kurses mitgeholfen und alle Fragen beantwortet und falls nötig auch tatkräftig mit angepackt. Das fand ich prima! So entstanden keine Wartezeiten und jede einzelne Kursteilnehmerin konnte das gewünschte Projekt innerhalb der vorgegebenen Zeit des Kurses mit oder ohne Hilfe fertigstellen.

Ich werde jetzt bis im nächsten Jahr noch viel üben und hoffe dann, dass ich einmal an einem Tageskurs bei Kasia, beispielsweise an der Nadelwelt in Karlsruhe, teilnehmen kann.

Danke Kasia für die tolle Erfahrung und den ausgezeichnet organisierten Kurs.

Photobox

Da ich es beim letzten Nähevent versäumt habe die Photobox zu besuchen, musste dies an der SEW unbedingt mit Tanja und Nadine von Goldsohnundschwesterherz nachgeholt werden. Danke Euch beiden für die schönen Erinnerungsfotos!

Impressionen

Fazit

Es war ein schöner und erlebnisreicher Tag bei strahlendem Sonnenschein. Danke an das ganze Organisationsteam und auch an jene, die im Hintergrund viel Arbeit geleistet haben, damit dieser Anlass zu einem vollen Erfolg wurde. Schade, dass dieser traumhafte Herbsttag so schnell vorüber war.

6 Kommentare

Tanja711 Oktober 20, 2017 - 18:54

Toller Bericht und wieder sooo schöne Fotos! Ich drück dich mal und freu mich schon auf das nächste Treffen!
LG
Tanja

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Chrissie Oktober 20, 2017 - 19:00

Vielen Dank! Ich drück zurück und freue mich auch schon auf das nächste Mal :-).

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Diana Arnold Oktober 21, 2017 - 14:10

Hallo! Ich bewundere deine Bilder! Wunderschön und interessant dein Blickwinkel auf die Motive. Toller Text und Würzburg mit seinen Sehenswürdigkeiten super in Szene gesetzt.

Antworten
Chrissie Oktober 21, 2017 - 14:16

Vielen Dank liebe Diana :-).

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kariko Oktober 21, 2017 - 17:38

Toll dein Bericht und super schöne Fotos hast du gemacht!
LG

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Chrissie Oktober 21, 2017 - 18:17

Vielen Dank für den netten Kommentar :-).

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