„Grundkurs Schnittmusterkonstruktion“, textilwerk Winterthur

by Chrissie

Du hast Lust einen Schnittmusterkurs zu besuchen? Ein Bericht über den „Grundkurs Schnittmusterkonstruktion“, welchen ich im textilwerk in Winterthur besucht habe.

Lage / Anreise

Etwas versteckt findet sich das textilwerk am Lagerplatz 13, in Winterthur in der Schweiz.

Wer mit dem Auto anreist wird beim textilwerk keine Parkplätze finden. Das heisst, es hat Parkplätze, die jedoch nur für zwei Stunden belegt werden dürfen. In der Nähe findet sich das Parkhaus Technoparkstrasse, welches ca. 350 Meter vom textilwerk Winterthur entfernt ist.

Auch mit dem Zug erreicht man das textilwerk sehr bequem. Es sind lediglich 700 Meter Fussweg vom Bahnhof bis zum Lagerplatz 13 in Winterthur.

 

Was muss ich mitnehmen?

Was Du alles an Materialien mitnehmen musst ist auf der Webseite des texilwerks ersichtlich.

Nicht vergessen: Unbedingt Papier und Bleistift mitnehmen um sich Notizen zu machen!

Die Schnittmusterkonstruktionen werden anfangs im Massstab 1:3 erstellt. Wer einen passenden Massstab besitzt, unbedingt einpacken! Ansonsten können alle notwendigen Materialien bei Welte, Schneidereibedarf in St. Gallen bestellt werden, so auch der Reduktionsmassstab in der Teilung 1:3.

 

 

Wer leitet den Kurs?

Die Schnittechnikerin Christa Wyss wurde eigens für diesen Kurs angeheuert. Durch ihre grosse Erfahrung und ihr jahrelanges Arbeiten in der Produktion weiss sie genau worauf es bei der Schnittmuster-Erstellung ankommt. Sie kennt alle Tricks, sei es im Umgang mit dem Kurvenlineal oder worauf in der Detailverarbeitung zu achten ist.

Im multikulturellen Kreis 5 der Stadt Zürich führt sie ein Buchbindergeschäft.

Wer ein Buch binden lassen möchte oder für ein wertvolles Buch auf der Suche nach einem ganz besonderen Kleid ist, für den ist Christa ebenfalls die perfekte Ansprechpartnerin.

 

 

Etwas über das Schnittsystem – Vergleich Schweiz / Deutschland

Unterrichtet wird nach dem Schweizer Schnittsystem „Unicut“ von Robert Rähle. In der Schweiz können die Bücher von Robert Rähle nicht bestellt werden, da hierfür eine Kopie des Lehrausweises an der Schweizerischen Textilfachschule und/oder die Bestätigung eines Schneiderbetriebs, in dem man angestellt ist, eingeschickt werden muss. In Deutschland gibt es das Buch „Schweizerisches Schnittsystem“ von Monika Füglistaller und Elisabeth Kreienbühl für 78 EUR zu kaufen. Beim Centralverband Schweizerischer Schneidermeister (CSS) kann das Ringheft „Unicut“ von Robert Rähle, „Schnittzeichnen für Damen- und Herrenbekleidung“ für CHF 30 bestellt werden.

Bei unserem deutschen Nachbar wird nach dem Schnittsystem „Müller und Sohn“ gearbeitet. Grundsätzlich unterscheiden sich die beiden Systeme dadurch, dass beim Schnittsystem „Unicut“ mit dem Rückteil begonnen wird, während bei „Müller und Sohn“ zuerst das Vorderteil gezeichnet wird.

 

 

Die Lerninhalte

Christa vermittelt die Lerninhalte zügig. Wer schneller fertig ist sitzt nicht etwa da und dreht Däumchen, nein! Sie stellt sofort die nächste Aufgabe. Langeweile kommt definitiv nicht auf!

Ärmelkonstruktion

Begonnen haben wir mit dem Zeichnen von aufgesetzten Taschen. Als nächstes haben wir ein Schnittmuster für einen Jupe (Rock) erstellt. Für Anfänger ist das Erstellen eines Schnittmusters für einen Jupe (Rock) ideal, erklärte uns Christa, da die Formen sehr klar und gut nachvollziehbar sind. Wer mag kann auch einen engeren Jupe (Rock) mit ausgestelltem Saum zeichnen. Die Möglichkeiten sind sehr gross und aus einem Grundmuster ist es möglich viele verschiedene Variationen anzufertigen.

Und ja, es gibt Hausaufgaben! Ich kann nur empfehlen, die Hausaufgaben gewissenhaft zu erledigen. So können allfällige Fragen beim nächsten Treffen gestellt und beantwortet werden.

Ich habe mich dazu entschlossen ein Schnittmuster für eine Blasebalgtasche zu zeichnen und diese zu Hause aus Moulure (Nesselstoff) zu nähen.

Blasebalgtasche

Das Knopfloch müsste vertikal genäht sein, so entsteht bei Bewegungen weniger Zug auf der Naht.

Zusätzlich habe ich mich zum ersten Mal an eine Bogenkante gewagt.

Bogenkante

 

Was lernt man noch?

Nach dem Jupe (Rock) folgten das Schnittmuster für die Hose und das Oberteil. Die Kursinhalte sind variabel. Christa fragt nach, was die Mehrheit der Kursteilnehmerinnen gerne angehen möchte. So haben wir am letzten Kurstag verschiedene Variationen eines Ärmels gezeichnet.

Ärmelkonstruktionen

Auch das Kopieren eines Schnittmusters für ein bestehendes T-Shirt stiess auf reges Interesse.

 

Die Kurskosten

Da die Anzahl der Teilnehmer/-innen sehr klein gehalten wird (vier bis maximal sechs Personen) ist es möglich, sehr individuell auf persönliche Wünsche einzugehen. Das rechtfertigt in meinen Augen auch den Preis von CHF 552.

Nähplatz

 

Verpflegung

Am besten ist es, man nimmt ein Sandwich oder einen Salat mit. Wer möchte kann ein kaltes Getränk in der gegenüberliegenden Outback Lodge geniessen. Die Bedienung ist sehr freundlich und das Lokal ist gemütlich eingerichtet.

Outback Lodge, Winterthur

 

Outback Lodge, Winterthur

 

Fazit

Der Schnittmusterkurs vom textilwerk Winterthur ist ein kleiner aber feiner und sehr empfehlenswerter Kurs. Es wird auf ausgesprochen professionelle Art und Weise eine Menge an Wissen vermittelt. Die gemütliche, fast schon familiäre Atmosphäre ist äusserst angenehm.

Einzige Kritik: Die enorme Hitze im Kurslokal bei Aussen-Temperaturen von 30 Grad. Da sich das Nähatelier direkt unter dem Dach befindet steigen die Innen-Temperaturen während Sommertagen ins Unermessliche. Für mich war das sehr schwer erträglich.

Ich werde das textilwerk in Winterthur gerne wieder besuchen. Allerdings zu einer kühleren Jahreszeit.

Nähplätze

 

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