Quilten rund um die Welt!

by Chrissie

Ein internationaler Block-Austausch und die Möglichkeit, andere Quilterinnen aus der ganzen Welt kennenzulernen? Ich bin dabei!

Entscheidung

Vor einem halben Jahr bin ich auf die Webseite von „Quilt around the world“ (Quilten rund um die Welt) gestossen und habe mich entschieden, am diesjährigen IBS4 (International Block Swap / internationaler „Blockaustausch“) teilzunehmen. Was mir dabei besonders gut gefallen hat ist die Idee mit anderen Quilterinnen genähte Blöcke auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Doch wie funktioniert das überhaupt?

Der Ablauf

Am 28. Februar 2018 war Einsendeschluss von neun identischen selbst genähten Werken. Das Muster wird selber entworfen. Der Titel: „Zurück zur Natur“. Für die die Grösse des Blocks gibt es strikte Vorgaben: 15×45 cm gross mit einer zusätzlichen Nahtzugabe von 0.75 cm. Damit ich mich ganz sicher nicht verrechne habe ich mir in einem ersten Schritt eine Vorlage erstellt, oh pardon: erstellen lassen. Gut wenn der Partner ein Ass in der Bedienung des CADs ist.

Das Werk muss zwingend die Farbe grün enthalten, andere Farben dürfen optional verwendet werden. Wer Lust und Zeit hat kann für einen guten Zweck zusätzlich einen zehnten Block nähen.  Nähere Informationen zu diesem spannenden Projekt findest Du  auf der Webseite von „Quilt around the world“.

Ideenfindung

Meine erste Idee war es eine Landschaft im postapokalyptischen Stil zu konstruieren. Als Inspiration habe ich Bilder von „Horizon Zero Dawn„, einem Videospiel, gewählt. Vor allem das Gebäude sollte zerfallen aussehen, so als wäre es vom Besitzer verlassen worden, welcher sich aufgemacht hat um sein Glück in der Natur zu finden.

Umsetzung

Die Umsetzung meiner Grund-Idee gestaltete sich aber als zu kompliziert. Das Gebäude selbst habe ich der Einfachheit halber stark modifiziert. Die Schattenwürfe in den Mauern korrekt umzusetzen war sehr aufwändig und das Resultat alles andere als befriedigend.

Der Efeu am Gebäude liess sich zu wenig realistisch umsetzen.

Mein erster Test-Block sah nicht so aus wie ich mir das vorgestellt hatte. Alles in allem sah mein Block eher nach einer Kinderzeichnung aus als nach einer weiten Landschaft.

Änderung des Entwurfs

Bei Hoffman Fabrics habe ich zum Glück einen tollen Stoff gefunden, der für Berge besonders gut geeignet ist. Und da ich in der Schweiz wohne gehören für mich Berge einfach zu einer Landschaft mit dazu. So habe ich mich kurzfristig für eine „klassische“ Landschaft mit Bergen und einem See entschieden. Die Landschaft soll Ruhe ausstrahlen und ein Ort sein an den man sich gerne vom Alltagsstress zurückzieht.

Für die Hügel habe ich einen Batikstoff verwendet und dabei mit Vliesofix gearbeitet.

Batikstoffe sind für Landschaftsquilts besonders gut geeignet, da sie weniger ausfransen als „gewöhnliche“ Baumwollstoffe.

Einige Stoffstreifen habe ich bewusst ohne Vliesofix verarbeitet, damit sie etwas ausfransen und somit die Textur einer Wiese wiedergeben. Um das Ausfransen möglichst gering zu halten habe ich die Streifen nahe der Stoffkante abgesteppt.

Aufbau

Der Aufbau musste reiflich überlegt sein. Welche Ecken werden verdeckt? Was möchte ich im Endeffekt zeigen? Wie viel soll vom See sichtbar sein?

Es ist einfacher wenn immer nur ein Element auf allen Blöcken nacheinander hinzugefügt wird. Das beschleunigt den Arbeitsprozess.

Das Haus

Auf das Haus wollte ich doch nicht verzichten, aber ich habe mich für ein ganz kleines in weiter Ferne entschieden. Damit einem Landschaftsquilt etwas Tiefe verliehen werden kann muss das Bild über einen Vordergrund, einen Mittelteil und einen Hintergrund verfügen.

Grössenvergleich

Der Rahmen

Damit sich mein Werk deutlich abgrenzt, falls es weiter verarbeitet wird,  benötigt es einen Rahmen. Der Rahmen hat aber noch andere Funktionen. Man kann mit einem Rahmen einige Millimeter korrigieren, wenn die Masse nicht ganz korrekt stimmen. Bei so vielen verschiedenen Stoffstücken ist es fast unmöglich jeden Block auf den Millimeter genau gleich gross zu nähen. Obwohl das natürlich immer mein angestrebtes Ziel ist. Die Streifen verschieben sich leicht, sie werden durch das Nähen gestossen und geschoben, abhängig vom jeweiligen Stich den man wählt.

Damit der Rahmen nicht zu langweilig wirkt braucht er natürlich noch andersfarbige Ecken. Jetzt müssen die Blöcke noch auf korrekte Grösse zugeschnitten werden.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Inhaber von Sue’s Patchwork Laden bedanken. Die Hilfe bei der Auswahl der Farbe des Rahmens war einfach grossartig! Ich persönlich hätte mich wohl nicht für eine so dunkle Farbe entschieden, da ich eine Verfechterin des „Ton-in-Tons“ bin.

Etwas fehlt!

Doch halt, etwas fehlt noch: ein prominenter Farbtupfer!

Genau, eine kleine Kombination aus Eichenblättern. Was mir besonders gut gefällt ist, dass sich das Rosa der Blätter in den Blumen zwischen den Steinen wiederholt.

Geschafft!

Ich gebe ehrlich zu, es war viel Arbeit. Und ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, ob ich noch mit allen Blöcken so wie ich es mir vorgestellt hatte rechtzeitig fertig werde. Doch für einen ersten Landschafts-Block bin ich mehr als zufrieden. Ich werde in Zukunft bestimmt weitere solche Projekte nähen.

Jetzt aber freue ich mich vor allem auf die Blöcke, welche mich in den nächsten zwei bis drei Monaten von anderen Quilterinnen erreichen werden. Vielleicht ist es ein Block von Dir?

Und das Beste zum Schluss: Es gibt auch noch Folgeaktivitäten. Das heisst, aus den neun Blöcken die jede Teilnehmerin des IBS4 erhält kann ein Quilt genäht werden, mit dem man dann an einer Wanderausstellung teilnehmen kann.

Etwas über die Erstellung des Quilts mit den erhaltenen Quilt-Blöcken findest Du in der Fortsetzung dieses Beitrags.

 

Hilfreiche Links zum Thema

Workshop mit Nancy (englisch)
Einfacher Landschaftsquilt mit Nancy (englisch)
Tuscan Landscape mit Karen Eckmeyer (englisch)
Kurs von Kathy McNeil (englisch, kostenpflichtig)

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