Meine erste Jeans

by Chrissie

Ende des letzten Jahres habe ich mich kurzfristig entschieden den Kurs „Meine perfekte Jeans“ von Bernina in Zürich, in der Schweiz zu besuchen.

Gute Vorsätze für das Neue Jahr

Mit den guten Vorsätzen ist das ja so eine Sache. Man nimmt sich immer viel zu viel vor und setzt nur wenig davon um. Zumindest mir geht das so. Nicht aber im Jahr 2018. Für dieses Jahr habe ich mir nur etwas vorgenommen: Endlich einmal eine Jeans zu nähen die passt. Wie lange das dauern wird ist für mich nebensächlich. Ich habe mich darauf eingestellt, dass dieses Unterfangen sehr viel Zeit in Ansprung nehmen wird.

Bernina-Nähkurs

Der Bernina-Nähkurs „Meine perfekte Jeans“ findet in Zürich-Oerlikon an der Gubelstrasse 39 statt. Parkplätze gibt es direkt neben dem Eingang, wenn auch nur wenige.  Wer mit dem Auto anreist ist deshalb gut beraten eine halbe Stunde früher einzutreffen.
Das Kurslokal ist sehr gemütlich, es gibt auch eine Kaffeemaschine und eine kleine Sitzecke für die Pause. Der Kursleiter Daniel Hess ist überaus freundlich und sorgt dafür, dass man sich gleich wohl fühlt.

Ablauf des Kurses

Per Email muss man Bernina vorgängig die notwendigen eigenen Masse schicken. Das Schnittmuster wird dann grob vom Kursleiter erstellt. Die individuellen Anpassungen werden im Kurs gemacht.

Meine (noch nicht perfekte) Jeans

Da wir von fünf Kursterminen bereits drei für die Schnittmuster-Anpassungen benötigt haben blieb für das Nähen während des Kurses selbst nicht so viel Zeit. Ich habe dann das meiste im Heimstudium erledigt. Da ich zuvor noch nie eine Hose genäht habe musste ich mir viel Technik aneignen. Das habe ich mit Hilfe des Makerist-Video-Kurses „Hose nähen: Schritt für Schritt zur perfekten Jeans“ gemacht. Der Kurs ist sehr empfehlenswert und die einzelnen Schritte einfach nachvollziehbar. Der Kurs wird derzeit mit 50% Rabatt angeboten.

Die Taschen

Da die Aussenseite der Innentaschen direkt auf die Haut zu liegen kommen habe ich mich für ein feines Bio-Satin-Stöffchen von Siebenblau entschieden. Der Stoff ist traumhaft und ich könnte mir gut vorstellen damit auch eine Bluse zu nähen.
Der Jeansstoff ist blau mit einem Stich petrol. Die Zusammensetzung des Stoffs: 97% Baumwolle und ein Elasthan-Anteil von 3%. Ein eher preiswerter Stoff, den ich im Stoffladen meines Vertrauens gekauft habe.

Anschliessend werden die Taschen eingeklappt und abgesteppt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Innenfutter auf der Vorderseite nicht sichtbar ist. Bügeln ist da vor dem Absteppen unerlässlich!

Für die Ziernähte habe ich ein Garn in der Stärke 30 (Cordonnet) von Ammann Saba gewählt.

Zum Schluss werden die bereits angenähten und absteppten Taschen an zwei Seiten geschlossen.

Der Sattel

Der Sattel war die grösste Herausforderung. Nicht das Annähen des Sattels selber, sondern die Konstruktion beim Schnittmuster. In meinem Fall war die Rundung viel zu ausgeprägt, so stand die Hose dann zum Schluss oberhalb des Gesässes ab. Eine neue Konstruktion des Sattels brachte eine Verbesserung. Leider immer noch weit enfernt von meinem angestrebten Resultat.

Aufgesetzte Taschen

Die aufgesetzten Taschen müssen meiner Meinung nach schöne Ziernähte aufweisen und natürlich mein eigenes Logo. Für eine kostengünstige Variante habe ich es mit SnapPap ausprobiert. Den individuellen Stempel habe ich bei Stempelpool.de für 18.10 Euro anfertigen lassen. Eine Kontrolle des Motivs vor dem Ausführen des Auftrags ist da auch mit inbegriffen. Also fix einen Bogen SnapPap fassen, den Stempel aufdrücken und den Bogen bei 60° waschen. So kannst Du sicherstellen, dass die Stempelfarbe hält was sie verspricht. Wie das allerdings nach mehreren Waschgängen aussieht kann ich noch nicht beurteilen.

Kappnaht

Eine Kappnaht gehört für mich einfach zu einer Jeans dazu.

Gürtelschlaufen

Wer eine Covermaschine (Elna Easycover in meinem Beispiel) und einen Gürtelschlaufentrichter besitzt kann die Gürtelschlaufen ganz rasch und exakt an einem Stück nähen.

Anschliessend werden die Gürtelschlaufen in der gewünschte Länge zugeschnitten und am Bund der Jeans festgenäht.

Fazit

Auch wenn der Bernina-Kurs lediglich mit sechs Teilnehmer(-innen) durchgeführt wird, wäre eine noch kleinere Gruppe von Vorteil. Ich würde sagen, maximal vier Teilnehmer(-innen). Der Kurs müsste meiner Meinung nach in zwei Kurseinheiten eingeteilt werden (jeweils vier Stunden):

  1. Schnittmusterkurs mit Nähen der Hose in Moulure und den notwendigen Abänderungen
  2. Reiner Nähkurs mit Nähen der Jeans und Erlernen der verschiedenen Techniken

Im Kurscenter Bernina in Steckborn wird etwas in der Form angeboten wie ich es im ersten Punkt erwähnte habe.

Meine erste Jeans ist (noch) nicht perfekt, aber für zu Hause oder einen Hundespaziergang im Wald durchaus tragbar. Eine Fortsetzung  für das Nähen einer zweiten Jeans ist bereits geplant und findet im April 2018 bei einer Massschneiderin in Deutschland statt. Natürlich werde ich davon berichten und hoffe sehr auf eine Jeans die dann endlich perfekt passt.

 

[ Bezugsquelle Gürtelschlaufentrichter: Herr Bauer von Nahttechnik, Email, Tel. +49 851 2070333 ]

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