Ecken nähen mit Bandeinfasser und Coverlock? – Ein Test

by Chrissie

Geht das überhaupt, mit der Coverlock mit Kettenstich und Bandeinfasser Ecken nähen?

Ich befinde mich zurzeit noch in der Entscheidungsfindung einer neuen Nähmaschine.

Wieso Nähmaschine und nicht Coverlock? Den Zusammenhang erfährst Du gleich.

Jep ich gebe zu, ich liebe es Quilts zu nähen. Aber langsam komme ich mit meiner Brother Innov-is 1250 an die Grenzen. Der Obertransportfuss funktioniert nicht so reibungslos wie ich mir das wünschen würde. Schön wäre auch etwas mehr Platz rechts von der Nadel (das allein steht aber nicht im Vordergrund). So bin ich auf die Janome Horizon Memory Craft 9400 QCP gestossen. Der Stoffdurchgangsraum im Vergleich: Bei der Brother Innov-is sind es 18.5cm, bei der Janome Horizon sagenhafte 28cm! Es wird wie bei der Coverlock ein Bandeinfasser angeboten als Zubehör, allerdings mit einer Breite von 50mm (zum Vergleich: bei der Elna easycover (bzw. Janome Coverpro 1000 und 2000 ist der breite Original-Bandeinfasser 42mm) . Allerdings zweifle ich noch daran, ob das wirklich eine gute Lösung ist, um damit einen Quilt einzufassen.

Nach dem gleichen Prinzip wie bei einer Nähmaschine sollte das rein theoretisch auch mit der Coverlock und dem Kettenstich funktionieren, so dachte ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn.

Die Probe aufs Exempel

Bandeinfasser
Voller Tatendrang habe ich nach diesem und diesem Video versucht, zwei Stücke Stoff mit Vlies dazwischen zusammen zu fassen. Somit stand ich vor folgenden Problemen:

1.
Allzu dicke Stofflagen mag die Elna Easycover nicht, das ist während des coverns in der Regel kein Problem beim Anfang der Naht allerdings sollte eine Hebamme

2.
Das Schrägband allzu weit aus dem Bandeinfasser herauszuziehen ist auch nicht empfehlenswert, da es sich nachher beim zurückziehen ordentlich verschieben kann.

Vorbereitung um Ecken umzuklappen

3.
Dadurch, dass der Platz mit montiertem Bandeinfasser direkt beim Nähfuss sowieso schon etwas eng ist gestaltet sich das Umklappen der Ecken in der unmittelbaren Umgebung als eine äusserst fummelige Angelegenheit.

Umgklappte Ecken

4.
Das Gewurstel möchte ich Dir natürlich nicht vorenthalten. Der Platz unter dem Nähfuss ist relativ beschränkt. Für zwei Lagen Stoff und Vlies dazwischen und anschliessend umgeklappten Ecken noch enger und die Gefahr des Verschiebens der Ecken ist (trotz Fixierung mit einer Büroklammmer oder Nadel) sehr hoch. Nicht zu vergessen, dass diese vor dem Nähen auch wieder entfernt werden müssen.

Weiternähen mit Bandeinfasser

Trotz Hebamme war es sehr schwierig den Nahtanfang über die umgeschlagenen Ecken zu bewerkstelligen. Fehlstiche sind da schon fast vorprogrammiert. Mit dem Endergebnis werde ich auf jeden Fall keinen Wettbwerb gewinnen. Deshalb habe ich heute leider kein Foto für Dich.

Und mein Fazit zum Schluss:

Mir persönlich ist diese Variante zu aufwändig.

Vielleicht läuft es besser mit einer Nähmaschine (Ober-und Unterfaden lassen sich besser herausziehen) als wie mit einer Coverlock. Es ist auch möglich, dass man durch den breiteren Bandeinfasser der Nähmaschine mehr Auflagefläche des Schrägbands hat und der Nähfuss besser greifen kann.  Selbstverständlich bräuchte ich noch etwas mehr Übung. Und es kommt darauf an welche Ansprüche man an die eigene Arbeit stellt. Doch wenn ich Stunden um Stunden an einem Quilt gesessen habe, dann möchte ich auch, dass meine Ecken perfekt aussehen.  Ein Gewurstel kann ich nicht akzeptieren. Zudem stört mich eine Naht auf der Quilt-Einfassung sowieso. Ich bleibe also daher bei meiner üblichen Variante (#2).

 

Vielleicht bist Du eine Näherin die das voll im Griff hat, oder einen zusätzlichen geheimen Trick kennt? Dann poste bitte einen Kommentar. Ich freu mich drauf!

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