Das Wort zum Montag – die Covermaschine

by Chrissie

Geduld bringt Rosen oder – die perfekte Covermaschine

Geduld

Ich gebe zu ich würde mich als ungeduldigen Menschen bezeichnen. Das hängt aber stark davon ab wie sehr mich eine Sache interessiert. Ist es mir wichtig ein Ziel zu erreichen so spielt es für mich keine Rolle wie lange und mühselig der Weg dahin ist. Ungeachtet auch dessen wie viel Zeit mich die Lösung einer gestellten Aufgabe kostet.

Fluch und Segen der Sozialen Medien

Oft stelle ich fest, dass sich viele Näherinnen durch die Bewertung von Covermaschinen anderer einschrecken lassen. Ist da beispielsweise die Rede von einer langen Zeit welche für die Einarbeitung notwendig war verzweifeln einige bereits ob der schieren Vorstellung. Dass diese Zeit aber variieren kann je nachdem wer an der Covermaschine sitzt, das wird dabei ignoriert aus welchen Gründen auch immer.

Frau oder Mann verzweifelt also bereits nur schon ab der Erwähnung von Problemen die enstehen könnten. Warum eigentlich? Du hast die Maschine wahrscheinlich noch nie zur Probe genäht, oder? Sie steht vielleicht immer noch in der Verpackung irgendwo in der Wohnung oder noch schlimmer im Keller. Wie ist es da möglich sich ein eigenes fundiertes Urteil zu bilden? Ist nicht Deine Meinung das was für Dich zählen sollte?

Natürlich gibt es auf Facebook einige ausgezeichnete Näh-Gruppen. Der Umgangston ist meist freundlich, man hilft sich gegenseitig und freut sich über die Erfolge anderer. Doch nach meinen Erfahrungen sind solche Gruppen eher spärlich gesät. Für mich sind sie wie Perlen in einer unscheinbaren Muschel. Aufwändig zu finden aber äusserst wertvoll.

Deine Meinung ist Trumpf!

Ich habe noch nicht feststellen können woher diese fast schon panische Angst kommt, eine Covermaschine einfach auszupacken anzufassen und mit ihr zu nähen, oder in unserem Beispiel zu covern. Die Covermaschine ist ein Gerät einem Computer sehr ähnlich und hat weder Seele noch ein Herz das schlägt. Obwohl die Meinungen an dieser Stelle auseinanderdriften.

Mich würde es ernsthaft interessieren woher diese Angst oder besser ausgedrückt Ehrfurcht kommt. Wieso nicht einfach loslegen frischen Mutes mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen? Wen interessiert es dabei ob Frau Hüdeldü aus Hintertupfigen Probleme mit der Maschine hat? Du bist der Chef, die Maschine soll nach DEINER Pfeife tanzen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann ist es notwendig sich mit dem Gerät auseinanderzusetzen wie mit allem was neu ist. Bei einem Mixer nehme ich auch erst die Bedienungsanleitung und lese welches Zubehörteil wofür verwendet wird. Ich werde demnach nicht versuchen den Eischnee mit dem Knethaken steif zu schlagen.

Qualität vor Quantität

Du erwartest dieselben hochwertigen Resultate mit dem Garn welches Du für einen Euro (oder Franken) erworben hast und dem fusseligen Jersey an dessen genaue Herkunft Du Dich gar nicht mehr so recht erinnern kannst? Du hast noch irgendwo ein paar Nähnadeln herumliegen die ein paar lustige Farbringe aufweisen und die Du gerne benutzen möchtest? Zudem ist natürlich just an dem Tag ein Sonntag und alle Geschäfte sind geschlossen. Da hast Du natürlich keine andere Wahl genau diese Nähnadeln zu verwenden. Das wird doch wohl nicht so wichtig sein, schliesslich sind es Nähnadeln für eine Nähmaschine?

Hast Du Dich wiedererkannt? Dann wird es höchste Zeit Dich mit den Auswirkungen von minderwertigem Garn, den Funktionen der verschiedenen Maschinen-Nähnadeln und den unterschiedlichen Qualitäten von Jersey auseinanderzusetzen.

Und eines kann ich aus eigener Erfahrung berichten: Die Unterschiede können frappant sein.

Nahtvergleiche

Nimm Dir die notwendige Zeit – wähle den passenden Moment

Du musst noch einkaufen, das Kind hat Hunger und ist müde und der Hund sollte dringend mal wieder an die frische Luft? Keine gute Zeit sich an die Covermaschine zu setzen. Wähle einen ruhigen Moment. Beispielsweise wenn der Mann zufrieden gesättigt mit seinem Feierabendbier vor dem Fernseher sitzt, der Hund nach einem längeren Spaziergang vor sich hindöst und das Kind die neue Eisenbahn auspackt und zufrieden summend die Züge über die Geleise schiebt. Dann ist der passende Moment die Maschine zu starten. Mindestens drei Stunden sollten zum Anfang eingeplant werden. Alleine schon das Lesen der Bedienungsanleitung ist wichtig um sich einige Grundlagen anzueignen.

Fazit

Lass Dich nicht entmutigen. Nimm ein Stück Stoff aus dem Du sowieso kein grosses Werk mehr genäht hättest und teste die verschiedenen Einstellungen. Drehe an den Rädchen ganz übertrieben, erst in die eine und dann in die andere Richtung. Du bemerkst dann rasch welche Einstellung sich wofür eignet und was sie bewirkt.

Du bist der Chef respektive die Chefin. Und zu guter Letzt: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Also ran an die Lina, öhm die Covermaschine!

2 Kommentare

Bianka Kramer-, Borchers April 9, 2018 - 19:27

Danke endlich Mal eine positive Bewertung der Maschine und ein mutmachender Bericht

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Chrissie April 10, 2018 - 22:10

Das freut mich ;-).

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